Panikattacken – wie manifestieren sie sich und wie sehen die Symptome aus

Panikattacken – wie manifestieren sie sich und wie sehen die Symptome aus
Panikattacken – wie manifestieren sie sich und wie sehen die Symptome aus

Eine Person, die Angst hat, in einem Aufzug zu fahren oder wegen der großen Menge von Menschen die Einkaufszentren zu meiden versucht, wird nur selten von anderen verstanden. Diese Ängste scheinen übertrieben oder sogar ausgedacht worden zu sein. Aber erfährt man etwas mehr über die Panikattacken und deren Ursprung, so wird es deutlich, dass die Betroffenen Hilfe benötigen. Was musst du über das Auftreten einer Panikattacke wissen, um deinen Angehörigen rechtzeitig helfen zu können?

Wie sehen die Symptome von Panikattacken aus?

Eine Panikattacke ist ein Anfall von Sorge darüber, was im eigenen Körper passiert, sie kann als Angst vor den eigenen Empfindungen genannt werden. Bei einer Panikattacke können Sauerstoffmangel, schnelles oder zu starkes Herzklopfen, Ohrensausen, Zittern, Schwindel, Schüttelfrost bzw. Fieber oder verstärktes Schwitzen auftreten. Derjenige kann das Gefühl bekommen, dass er gleich erstickt oder sich in die Hose macht, dass er sich übergeben muss oder Schmerzen in der Brust hat. All das wird oft von einem Gefühl des nahen Todes begleitet, viele Menschen denken, dass sie einen Herzinfarkt bzw. einen Anfall erleiden, oder dass sie den Verstand verlieren.

Wie sehen die Symptome von Panikattacken aus?
Wie sehen die Symptome von Panikattacken aus?

All diese Empfindungen können aus rein psychologischen Gründen entstehen. Daher sollten die Menschen mit diesen Symptomen einer medizinischen Untersuchung unterzogen werden, um das Risiko einer ernsthaften Erkrankung, wie Hyperthyreose, Mitralklappenprolaps, Hypoglykämie (niedriger Blutzucker) und einer Reihe von anderen Beschwerden, ausschließen zu können. Diese Symptome können oft durch einen trivialen Grund verursacht werden, zum Beispiel durch Verwendung von Koffein, Alkohol und anderen Drogen. Aber wenn das oben genannte auf das Leben einer Person nicht zutrifft, aber die Symptome vorliegen, handelt es sich bei dem Betroffenen höchstwahrscheinlich um eine Panikattacke.

Was versteht man unter Agoraphobie?

Der Beginn von Panikattacken ist oft mit der Angst verbunden, in bestimmte Situationen zu geraten. Solche Ängste nennt man Agoraphobie. Typische Auslöser der Agoraphobie sind energieraubendes Training, das Alleinsein auf einer Straße, das Fahren über Brücken und in Tunnels, Höhen oder Tiefen, große Menschenansammlungen, Flugzeuge, Züge oder Aufzüge. All diese Dinge hängen mit einer gewissen Anspannung zusammen, die mit einer Gefahr verbunden ist – genauer mit dem, was in der prähistorischen Umgebung gefährlich sein könnte. Das heißt, diese Ängste stehen in direktem Zusammenhang mit der evolutionären Programmierung des Gehirns.

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Agoraphobie ist jedoch nicht mit Angst vor Gefahren als solchen verbunden. Agoraphobe befürchten, dass die Reaktionen von Geist und Körper auf diese Gefahren außer Kontrolle geraten und einen Herzinfarkt, Ohnmachtsanfälle, Wahnsinn oder jede andere Form von “Versagen” des Körpers, bis zum Tod, verursachen könnten. Agoraphobie zeichnet sich somit durch Angst vor den eigenen Empfindungen und Emotionen aus.

Was versteht man unter Agoraphobie?
Was versteht man unter Agoraphobie?

Wie kann eine Panikstörung diagnostiziert werden?

Wenn eine Person regelmäßig Symptome von Agoraphobie aufweist, insbesondere wenn diese zu Panikattacken führen, hat sich höchstwahrscheinlich eine Panikstörung entwickelt. Bei dieser Art von Störung wird die Angst vor Panikattacken mehr oder weniger dauerhaft. Das Hauptkriterium ist nicht, wie oft die Panikattacken tatsächlich auftreten, sondern ob eine Person ständig Angst vor Panikattacken hat. Stark vereinfacht können diagnostische Tests für Panikstörung auf zwei Fragen reduziert werden. Die erste ist, ob derjenige periodisch oder unerwartet Panikattacken bekommt. Die zweite Frage ist, ob der Betroffene nach einem Anfall innerhalb eines Monats, eine anhaltende Sorge darüber entwickelt hat, dass sich diese Panikattacke wiederholen könnte, sich über die Bedeutung und Folgen, wie Herzinfarkt, Wahnsinn, etc., Gedanken macht oder signifikante Verhaltensänderungen aufzeigt.

Wann und wo können die Anzeichen für Panikattacken auftreten?

Panikstörung und Agoraphobie sind oft miteinander verbunden, also kann man sie als ein gemeinsames Phänomen behandeln. Agoraphobie kann eine Person fast jederzeit und an jedem Ort überholen, obwohl sie sich häufiger eher unter bestimmten Bedingungen manifestieren kann.

Wann und wo können die Anzeichen für Panikattacken auftreten?
Wann und wo können die Anzeichen für Panikattacken auftreten?

Etwa 60% der Panikattacken sind mit Hyperventilation der Lunge verbunden. Damit ist das zu schnelle oder zu häufige Einatmen gemeint, wobei mehr Sauerstoff in den Körper eindringt, als nötig, und dabei nicht genug Kohlendioxid ausgeatmet wird. Im Blut sammelt sich dann überschüssiger Sauerstoff an, aus diesem Grund verengen sich die Arterien und Blutgefäße, und blockieren die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn. Die Person bekommt das Gefühl, dass ihr Kopf sich dreht und derjenige gleich ersticken könnte.

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Panikattacken treten häufiger im Sommer auf, wahrscheinlich weil Hitze und Dehydration den Puls beeinflussen und Schwindel verursachen können. Außerdem verbringen Menschen mehr Zeit draußen, was bedeutet, dass sie gefährlichen Situationen öfter begegnen können.

Panikattacken treten auch oft mitten in der Nacht auf, was auf Schlafapnoe und Veränderungen des Spiegels vom Kohlendioxid im Blut zurückzuführen ist. Eine Person, die von einer nächtlichen Panikattacke überrannt worden ist, wacht aufgewühlt und verwirrt auf. Manche Menschen können wieder einschlafen, wenn sie verstehen was passiert ist. Es kann aber auch passieren, dass Menschen große Angst vor einer weiteren Panikattacke bekommen. Viele Betroffenen fangen an zu glauben, dass die Symptome einer Panikattacke auf einen anstehenden Herzinfarkt zurückzuführen sind, jeden Abend legen sich diese Menschen mit der Angst ins Bett, am nächsten Morgen nicht mehr aufwachen zu können.

Panikattacken treten auch oft mitten in der Nacht auf, was auf Schlafapnoe und Veränderungen des Spiegels vom Kohlendioxid im Blut zurückzuführen ist
Panikattacken treten auch oft mitten in der Nacht auf, was auf Schlafapnoe und Veränderungen des Spiegels vom Kohlendioxid im Blut zurückzuführen ist

Wie können sich die Panikattacken manifestieren?

Obwohl es unmöglich ist, den Beginn der ersten Panikattacke vorherzusagen, gibt es Hinweise darauf, dass zum Beispiel eine gerade erlebte Trennung vom Partner, eine oft noch nicht mal diagnostizierte Krankheit, große Verantwortung, Alkohol- bzw. Drogenentzug, Müdigkeit oder Verlust bzw. Versagen in anderen Bereichen des Lebens, die Panikattacken begünstigen und provozieren können. In den meisten Fällen ist es jedoch unmöglich zu bestimmen, was genau die eigentliche Ursache gewesen ist.

Aus diesem Grund ist es für viele Menschen auch so beunruhigend, da die Panikattacken scheinbar unvorhersehbar sind und aus dem Nichts auftauchen können. Die erste Panikattacke tritt meist ohne einen ersichtlichen Grund auf und wird als katastrophal empfunden.

Deswegen versucht die betroffene Person eine erhöhte Wachsamkeit zu entwickeln, damit ist eine verstärkte Konzentration auf den Anzeichen von Erregung und ungewöhnlichen Empfindungen gemeint. Gleichzeitig wächst das Vertrauen in eine Fehlinterpretation dessen, was im eigenen Körper passiert: “Ich habe einen Herzinfarkt” oder “Ich werde verrückt”. Und das führt natürlich dazu, dass diese Panikattacken sich immer und immer wieder wiederholen.

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Zum Beispiel, wenn eine Frau allein die Straße lang geht und sich auf ihr Körper und ihre Gefühle konzentriert, dann könnte sie merken, dass ihr Herz ziemlich schnell schlägt. Daraufhin kann sich ein Gefühl der Desorientierung einstellen. Und je mehr sich die Frau auf die inneren Gefühle konzentriert, desto verängstigter wird sie, dass sie die Kontrolle über sich selbst verlieren könnte. Als nächstes fängt die Betroffene an, darüber nachzudenken, dass sie gleich eine Panikattacke bekommen, die Beherrschung verlieren und in Ohnmacht fallen könnte. Aus diesem Grund verstärkt sich ihre Angst und körperliche Erregung nur noch und es kommt tatsächlich zu einer Panikattacke.

Wie können sich die Panikattacken manifestieren?
Wie können sich die Panikattacken manifestieren?

Im Laufe der Zeit entwickeln viele Menschen Agoraphobie, Angst vor Orten und Situationen, die eine Panikattacke verursachen kann. Dies geschieht, wenn derjenige sich Sorgen bzw. Gedanken zu bestimmten Situationen macht. Zum Beispiel könnte die Person darüber nachdenken, dass sie sich beim Kinobesuch eingesperrt fühlen und aufgrund dessen eine Panikattacke erleiden könnte. Ein anderer Gedanke könnte sein, dass die Person in einem Einkaufszentrum den Ausgang nicht finden könnte, und deswegen eine Panikattacke bekommen würde.

Wenn die Angst und die Sorgen dich weiterhin quälen, dann wirst du wahrscheinlich um dich davor zu schützen und darauf vorzubereiten, auf schützendes Verhalten zurückgreifen.

Du wirst davon ausgehen, dass die Anwesenheit von anderen Personen oder irgendwelche bestimmte Handlungen dir helfen werden, das Risiko der Panikattacken zu reduzieren.

Du könntest zum Beispiel jemanden bitten, dich zu begleiten, nach Trost suchen, versuchen den auslösenden Reiz zu minimieren. Als Ergebnis wirst du anfangen zu glauben, dass ohne dieses schützende Verhalten etwas Schreckliches passieren könnte. Du könntest zum Beispiel anfangen zu glauben, dass du in Ohnmacht fällst, wenn du dich nicht an die Wand bleibst.